Wein zu Geschmortem

 

Was ist das Beste an einem Schmorgericht? Für mich eindeutig die würzig-aromatische und konzentrierte Soße. Und der Wein darf hier in doppelter Hinsicht nicht fehlen – sowohl im als auch zum Essen. Bei der Auswahl des passenden Weines ist es deshalb wichtig, dass dieser nicht nur mit dem Hauptbestandteil, meist Fleisch, korrespondiert, sondern dass er auch der Soße Paroli bieten kann. Außerdem werden die einzelnen Zutaten meist zunächst einmal angebraten, was zu Röstnoten führt, Gemüsebestandteile liefern häufig eher süßliche Aromen. So ein Schmortopf hat es also in sich.

 

Steht Ihnen der Sinn nach Rind, Lamm oder Wild? Dann greifen Sie am besten zu einem tanninreichen, kräftigen Rotwein, beispielsweise einem Syrah von der Rhône, einem barriquegeprägten Spätburgunder oder Lemberger aus heimischen Lagen, einem Bordeaux, einem edlen Italiener aus dem Piemont oder der Toskana oder einem würzigen spanischen Roten aus Ribera del Duero oder Toro.

 

Sie bevorzugen Gerichte mit Geflügel oder hellerem Fleisch wie Kalb oder Kaninchen? Dazu passt sehr gut ein fruchtigerer Rotwein mit moderaten Tanninen wie australischen Shiraz, Chiantis aus der Toskana oder ein Dolcetto aus dem Piemont. Weißweintrinker greifen zu einem Chardonnay oder einem Grauburgunder, der gerne ein bisschen im Barrique gereift sein darf.

 

Und Freunde von Gemüsegerichten begleiten ihre geschmorte Kohlroulade, das Ratatouille oder das würzige indische Kartoffel-Curry mit einem frischen Roséwein, ob aus deutschen Landen oder aus der Mittelmeerregion überlasse ich Ihnen. Denken Sie daran: Wenn die Speise eher scharf ist, darf der Wein gerne auch ein bisschen Restzucker haben.

 

Meine Tipps: 

1.   Wenn Sie sichergehen wollen, dass der Wein perfekt zum Gericht passt, geben Sie einen guten Schuss davon in die Soße.

 

2.   Ich verstehe, wenn Sie keinen 20-Euro-Tropfen in die Soße gießen wollen – aber bedenken Sie: Die Soße kann nur so gut sein, wie der Wein, den Sie zugeben. Also seien Sie auch hier nicht zu sparsam.