Trinken nach Punkten

Eichelmann, Gault-Millau, Gambero Rosso, Guide Hachette, Decanter, Weinwisser, Falstaff, Jancis Robinson, Robert Parker, Guia Peñin, James Halliday, Michael Broadbent, James Suckling, … um nur eine kleine Auswahl von Weinkritikern und Weinführern zu nennen. Die Bewertungssysteme variieren von 5 über 20 bis hin zu 100 Punkten. Und dabei sind unzählige Medaillen, Preise und sonstige Auszeichnungen sowie mehr oder weniger seriöse Punkteverteilungen in gängigen Handelsprospekten noch nicht einmal erwähnt.

Wozu das alles? Um aus der Masse des Angebots herauszuragen? Um dem Weintrinker zu signalisieren, welchen Wein es sich zu kaufen lohnt? Um ihm vorzugaukeln, dass ihm ein Wein mit vielen Punkten schmecken muss? Denn die Qualität hat ja schließlich der Experte belegt.

Klar lese ich Weinfachzeitschriften und werde darin ständig mit Bewertungen und Superlativen konfrontiert. Ich empfehle Ihnen deshalb: Lassen Sie sich nicht verwirren! Welcher Wein Ihnen schmeckt, entscheiden Sie ganz alleine. Auch Weinkritiker sind nur Menschen und haben einen subjektiven Geschmack. Und der muss mit Ihren persönlichen Vorlieben nun wirklich nicht übereinstimmen.

Bei meinen Seminaren haben mir Teilnehmer schon „gebeichtet“, dass sie manche dieser hochdekorierten und konsequenterweise auch sehr teuren Weine gar nicht so toll finden. Meine Antwort: „Das ist doch klasse. Dann können Sie sich fürs gleiche Geld mehr Wein kaufen, der Ihnen dann auch noch besser mundet.“

 

Seien Sie also selbstbewusst genug, selbst zu entscheiden, welcher Wein Ihnen schmeckt und welcher nicht. Am einfachsten geht das, wenn Sie Ihre Weine direkt beim Winzer oder im Fachhandel kaufen. Dort werden Sie bestens beraten und können die Weine in aller Regel auch probieren. Dazu kommt, dass der Austausch mit einem begeisterten Weinerzeuger oder einem gut geschulten Händler viel Spaß macht und Ihnen zusätzliche Informationen aus erster Hand gibt.