Rein oder nicht rein – das ist hier die Frage!

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de
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Sind sortenreine Weine besser als Cuvées? Warum gibt es überhaupt Verschnitte? Diese Fragen führen unter Weinliebhabern immer wieder zu Diskussionen.


Das Wort Cuvée stammt vom französischen Cuve ab, der Bezeichnung für einen Weinbehälter oder Bottich. Meist wird unter Cuvée der Verschnitt unterschiedlicher Rebsorten, Lagen oder Jahrgänge verstanden. Dabei werden entweder die Moste oder die schon fertig vergorenen Weine vermischt. Häufig stellt eine Rebsorte, die so genannte Leitrebsorte, den Hauptanteil und bestimmt so auch den Charakter des Weins.


Manchmal kursiert auch heute noch das Gerücht, dass Cuvées von minderer Qualität seien. Dies stammt noch aus der Zeit vor der Mitte des 20. Jahrhunderts, als die ungute Praxis herrschte, besseren Wein durch das Beimischen von schlechterem zu strecken.


Heute ist das genaue Gegenteil der Fall: In einer Cuvée vermählen sich die besten Eigenschaften der verwendeten Rebsorten. Es erfordert deshalb das besondere Können des Kellermeisters, die richtige Mischung zu finden. Der Winzer kann unterschiedliche Bouquets und Aromen kombinieren und durch den geschickten Verschnitt Gerbstoff-, Säure- und Alkoholgehalt sowie Farbe und Lagerfähigkeit beeinflussen.


Daneben gibt es praktische und wirtschaftliche Gründe für Cuvées. Verlaufen Wachstum und Reife bei einer Rebsorte problematisch, können andere Sorten für einen Ausgleich sorgen. Dadurch wird das Risiko für den Winzer reduziert. Und man kann mit Cuvées dem Wunsch vieler Verbraucher eher nachkommen, das der Wein ein ähnlichesGeschmacksbild hat - unabhängig vom Jahrgang. Denn dies ist ansonsten bei einem Naturprodukt eher schwierig.


Viele der feinsten und auch berühmtesten Weine der Welt sind Cuvées, zum Beispiel nahezu alle Bordeaux. Extreme Fälle sind Châteauneuf-du-Pape, für den 13 Rebsorten zugelassen sind, auch wenn die meisten Winzer sich heutzutage auf drei oder vier Sorten beschränken, sowie Champagner, wo bis zu 50 Grundweine verschiedener Jahrgänge miteinander gemischt werden.

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