Immer die richtige Temperatur

Foto: Matthias Korantzki / pixelio. de
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Ob Ihnen ein Wein gut schmeckt, hängt unter anderem auch davon ab, ob er bei der richtigen Temperatur getrunken wird. Die Farbe, das Alter, die Weinbereitung – Faktoren, die die richtige Temperatur beeinflussen.

Die Temperaturskala reicht dabei von fünf bis 18 Grad Celsius. Die Serviertemperatur sollte immer rund zwei Grad unter der Trinktemperatur liegen, da sich der Wein im Glas und bei Raumtemperatur sehr rasch erwärmt. Wird ein Wein zu kalt serviert, ist er verschlossen, sein Bukett entfaltet sich nicht. Wird ein Wein zu warm ausgeschenkt, macht ihn dies häufig plump, alkoholisch und bitter, weil dann die Gerbstoffe zu stark in den Vordergrund treten.

 

Nun hat nicht jeder die Möglichkeit, sich einen Temperierschrank zu kaufen und unterzubringen. Das ist auch nicht notwendig, wenn man einige Grundregeln beachtet. So sollte man einen Weißwein rund zwei bis drei Stunden vor dem Genuss aus dem Keller holen und in den Kühlschrank legen.

 

Beim Rotwein hängt die „Behandlung“ in erster Linie von der Ausgangstemperatur ab. Hat Ihr Wein das Glück, in einem gut gekühlten Keller, also bei maximal 14 Grad Celsius, gelagert zu werden, genügt es, die Flasche etwa ein bis zwei Stunden vor dem Servieren aus dem Keller zu holen. Man lässt ihn dann bis zum Öffnen in einem eher kühlen Raum, beispielsweise dem Schlafzimmer, stehen. Liegt der Wein in einem wärmeren Kellerraum oder in Ihrer Wohnung muss man ihn wahrscheinlich im Kühlschrank etwas kühlen. Leider werden gerade Rotweine meist viel zu warm genossen – die Mehrheit der Rotweine kommt am besten zur Geltung, wenn sie bei maximal 16 Grad Celsius serviert werden. Nur sehr kräftige, tanninstarke Rote, wie beispielsweise ein Amarone, vertragen zwei, drei Grad mehr.

 

Eine gute Hilfe, bis man etwas mehr Übung im Umgang mit den Temperaturen bekommt, liefern Thermometer – entweder als Manschette, die die Temperatur von außen misst, oder als Stabthermometer, das man in die Flasche hängt.

 

Mein Tipp: Müssen Sie Wein oder Sekt rasch abkühlen, beispielsweise weil sich überraschend Besuch ankündigt, gibt es zwei Alternativen. Entweder Sie haben für diesen Zweck stets eine Kühlmanschette in Ihrem Tiefkühlschrank liegen. Oder Sie geben den Wein in einen Wein- oder Sektkübel, der mit Wasser und Eiswürfeln gefüllt ist und fügen eine Prise Salz dazu. Den Wein alleine in Eiswürfel zu stellen, würde übrigens kaum etwas nützen, weil dann die Flasche nur sehr punktuell mit der Kälte in Kontakt kommt. Durch beide Methoden kühlt sich ein Wein pro Minute um ein halbes bis ein Grad Celsius ab.

 

Weinkühler, also Thermosbehälter mit einem Vakuum zwischen den Wänden, kühlen den Wein nicht ab, sondern halten nur die Temperatur über einige Zeit.

 

Empfohlene Serviertemperaturen für unterschiedliche Weintypen:

Schaumweine

5 - 7°C

leichte Weißweine

7 - 9°C

Spät- und Auslesen, Roséweine

8 - 10°C

Weißweine mit viel Körper, edelsüße Weine

10 - 12°C

feine, gerbstoffarme und junge Rotweine

12 - 14°C

kräftige Rotweine

16 - 18°C

kräftige Rotweine mit viel Gerbstoff

18 - 20°C

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